Highlight 2012

Ein wichtiges Highlight des Jahres 2012 war die Entwicklung unseres neues 3D-Scanners.

Abb. 1: Oberflächenscanners KF 30

Der Sensor dürfte derzeit allen Dental-Scannern bezüglich der vertikalen Auflösung überlegen sein (siehe technische Spezifikationen des Oberflächenscanners KF 30). Dank des konfokalen Sensors der Firma Micro-Epsilon kann auch bei glänzenden Zahnoberflächen auf Puder und ähnliche Maßnahmen zur Förderung der diffusen Reflexion verzichtet werden. Möglich war diese Entwicklung durch die Kooperation mit den Firmen SyndiCAD (Hardware) und Certiga (Software), die es verstanden, unsere Wünsche perfekt zu realisieren. Die Anerkennung, die dieser Scanner in der Fachwelt erfährt, können Sie auf der Website des Scannerherstellers Micro-Epsilon selbst nachvollziehen.

Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der LMU-München

Homepage der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der LMU-München

Highlights 2011

Schonende Kariestherapie kann Wurzelkanalbehandlungen vermeiden helfen. In den letzten Jahren haben wir intensiv an diesem Thema gearbeitet. In den Zahnärztlichen Mitteilungen (Heft 13/2011) habe ich einen Übersichtsartikel zu diesem Thema veröffentlicht, in dem viele Details hoffentlich leicht verständlich zusammengefasst sind:

Kariesexkavation: Neue Erkenntnisse und selbstlimitierende Methoden

Tiefer in die Materie steigt dieser Artikel ein:

Ahmed AL-Asmar, Aya A. R. , Kunzelmann, K.-H.: Self-limiting Caries Therapy on an Artificial Caries Model. Smile Dental Journal, 6(1): 18-26 (2011).

Highlights 2010

In Kooperation mit der Virtuellen Hochschule Bayern, der Uni Erlangen und der Uni Regensburg wurde unter meiner Leitung ein ELearning-Kurs zum Thema: "Gesprächsführung und Psychologie zur Verbesserung der Arzt-Patient-Kommunikation im Bereich Zahnmedizin" entwickelt. Der Kurs ist für bayerische Studierende kostenfrei, aber auch jeder Kollege, den das Thema interessiert, kann diesen Kurs bei der Virtuellen Hochschule Bayern für wenig Geld buchen (ca. 70 Euro - bei der Registrierung bitte den "Status" - "andere Person" wählen).

Gesprächsführung und Psychologie zur Verbesserung der Arzt-Patient-Kommunikation im Bereich Zahnmedizin
Abstract:

Viele Patienten fühlen sich beim Arzt- oder Zahnarztbesuch unwohl, da sie mit der auf sie zukommenden Situation in der Regel nicht vertraut sind. Die Medizin- und Zahnmedizinausbildung war lange auf die technischen Aspekte fokussiert, obwohl durchaus bekannt ist, dass man mit einfachen Regeln der Kommunikation Unsicherheit seitens des Patienten und Missverständnisse zwischen Arzt/Zahnarzt und Patient vermeiden könnte. In dem Online-Seminar werden Lerneinheiten präsentiert, welche klinische Situationen zu häufigen Problemen in der Arzt-Patientenkommunikation aufzeigen, den Studenten zur aktiven Erarbeitung von Lösungsstrategien motivieren und anhand von Fragen, Texten, Lösungsvideos und Literaturverweisen Feedback zu seinen Lösungsstrategien bereitstellen. Das Grundkonzept sieht vor, theoretische Wissenseinheiten mit Video-Fallbeispielen zu kombinieren. Der Student soll verschiedene Lösungsmöglichkeiten kennen lernen. Auch hier sollen Videosequenzen von möglichen Lösungsstrategien ganz konkrete Bespiele präsentieren. Durch interaktive Selbstkontrolle kann der Student sein Wissen überprüfen. Die Lösung von Fragestellungen zur Arzt-Patienten-Kommunikation lässt immer mehrere richtig erscheinende Möglichkeiten zu. Aus diesem Grund ist ein Teil der Fragen offen formuliert. Durch die offenen Fragen soll die Selbstreflexion gefördert werden. Die Aufgaben können in Foren von den Studenten gemeinsam diskutiert werden. Hierdurch soll das soziale Lernen gefördert werden und die Sichtweise für alternative Lösungsansätze geöffnet werden. In dieser Diskussion wird nicht eine singuläre "richtige" Lösung angestrebt, sondern es soll dem Studenten bewusst werden, wie unterschiedlich verschiedene Beobachter eine Lösungsstrategie empfinden.

Gliederung:
  1. Vermittlung von Grundwissen über personenbezogene Kommunikation und praxisrelevanter Kommunikationssituationen aus dem Medizinbereich
  2. Das patientenzentrierte, ärztliche Gespräch: Strukturiertes Interview; Biographische Anamnese, Familienanamnese, Dokumentation.
  3. Gesprächsführung und Umgang mit Angstpatienten
  4. Kommunikation mit Kindern
  5. Besonderheiten der Krankheitsverläufe im Alter; spezielle Probleme im orofazialen Bereich
  6. Lernmechanismen als wesentliche Verhaltensgrundlage
  7. Möglichkeiten der Verhaltensmodifikation
  8. Konzepte des Gesundheits- und Krankheitsverhaltens
  9. Gesundheitsverhaltensförderung
  10. Spezielles psychosomatisches Grundwissen: Schmerz; Somatoforme Störung
  11. Vorstellung körperbezogener Verfahren anhand ausgewählter Beispiele zum Wohle von Patient und Arzt
  12. Prävention von Burnout. Erkennen von Frühsymptomen und Ergreifen von Gegenmaßnahmen.
  13. Präventionsspezifische Kommunikation
Detaillierter Inhalt:

In dem Online-Seminar wurden Lerneinheiten erstellt, welche klinische Situationen zu häufigen Problemen in der Arzt-Patientenkommunikation aufzeigen, den Studenten zur aktiven Erarbeitung von Lösungsstrategien motivieren und anhand von Fragen, Texten, Lösungsvideos und Literaturverweisen Feedback zu seinen Lösungsstrategien bereitstellen.

Highlights 2009

Anlässlich der Jahrestagung der IADR-CED/NOF/ID 2009 in München wurde meinem Freund und Mitarbeiter Y. C. Chiang der Senior Robert Frank Award for Basic Science verliehen. Sein Thema war "Evaluation of DBAs Effects on Composite Polymerization Shrinkage with µCT" (Y. C. Chiang, P Rösch, A Dabanoglu, I Nyamm, CP Lin, R Hickel, KH Kunzelmann).

In dieser Arbeit wird mit einer in München entwickelten Methode zerstörungsfrei untersucht, welchen Einfluss die Dentinqualität auf die Haftung verschiedener Dentinadhäsive hat. Eine wichtige Grundlage dieser Arbeit ist die Visualisierung von Schrumpfungsvektoren mit Hilfe des µCT.

3D superimposed images before (uncured resin, green-color) and after (cured resin, red-color) light-curing.

Highlights 2008

Im Rahmen unserer Forschungstätigkeit müssen wir oft neue Methoden entwickeln. Eine meiner Stärken ist sicher der sicher Umgang mit Computern und die Fähigkeit mit Ingenieuren in deren Sprache sprechen zu können. Ein Ergebnis einer solchen Kooperation wurde vor kurzem mit einem renommierten internationalen Preis ausgezeichnet. Herr Dougherty und ich haben den "Macres Award 2007" der Microbeam Analysis Society für den besten Software-Artikel erhalten. Der Preis freut uns sehr. Sie können weitere Einzelheiten auf der Homepage der Microbeam Analysis Society nachlesen. Die gemeinsam entwickelte Software ist unter der BSD License für jeden kostenlos verfügbar.

Von der Academy of Dental Materials wird der renommierte Paffenbarger Award vergeben. 2008 wurde unsere Arbeitsgruppe, YC CHIANG, P ROESCH, CP LIN, R HICKEL, KH KUNZELMANN, mit Platz 2 dieses Preises für den Beitrag "Deformation Analysis of Composite Polymerization Shrinkage from µCT Images" ausgezeichnet. Dieser Preis ist eine sehr motivierende Anerkennung für ein internationales und interdisziplinäres Forschungsprojekt zwischen der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, LMU, National Taiwan University, Taiwan, und der FH Augsburg (Informatik Prof. Rösch).

E-Learning

E-Learning ist eine neue Möglichkeit, die Wissensflut im Studium zu kanalisieren. Die Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie hat sich für Moodle als plattformunabhängiges Open-Source -Lernmanagement-System entschieden, das u. a. folgende Funktionen bietet:

  • Unterstützung von Gruppenarbeit
  • Verschiedene Übungs- und Prüfungsszenarien
  • Diskussionsforum und Chat
  • Überblick über Aktivitäten der Studenten
  • Definition von Rollen (Administrator, Kursersteller, Trainer, Teilnehmer, Gast)
  • Benutzer- und Kursverwaltung
  • Lerntagebuch
  • Abstimm-, Umfrage- und Quizfunktion
  • Sprechstunde mit dem Trainer (Lehrenden)
  • Glossar
Klicken Sie hier, um zur E-Learning-Plattform der ZMK-Klinik weitergeleitet zu werden:

Kurse "Zahnerhaltung und Parodontologie": Lernplattform der Zahnklinik München (Arbeitskreis eLearning und Multimedia)
Vorlesungen "Zahnerhaltung und Parodontologie": Videoaufnahmen (Podcast, Quicktime und Flash)
Prüfungsplattform

Unsere Erfahrungen beim Einstieg in diese Thematik habe ich hier zusammengefasst -> Blended Learning - neue Möglichkeiten in der Studentenausbildung

Highlight 2006:

Unserer Arbeitsgruppe wurde der Förderpreis der Bayerischen Landeszahnärztekammer 2006 verliehen.

"Der sanfte Bohrer"

Presseinformation - Förderpreis der Bayerischen Landeszahnärztekammer

Prof. Dr. Karl-Heinz Kunzelmann (l.) und Präsident Schwarz (r.) bei der Verleihung

Donnerstag, 26. Oktober 2006
Prof. Dr. Karl-Heinz Kunzelmann (l.) und Präsident Schwarz (r.) bei der Verleihung

"Löcher in Zähnen" werden vom Zahnarzt mit Füllungen behandelt. Mit dem Bohrer entfernt er vorher Bakterien und zerstörtes, weiches Zahngewebe, um der neuen Restauration ein tragfähiges Fundament zu verleihen.

Woher weiß der Zahnarzt genau, wie viel er entfernen muss, wenn er die Folgen von Karies behandelt?

Im Laufe seiner Ausbildung lernt er anhand von klinischen Beispielen und verschiedenen Kriterien, wie z. B. der Härte, Farbe, Feuchtigkeit oder Größe von Schleifpartikeln, mit dem Stahlbohrer oder auch mit Stahlhandinstrumenten das weiche Dentin zu entfernen. Viel Erfahrung ist erforderlich, die richtige Menge zu entfernen, denn es gibt kein wirklich objektives Kriterium hierfür.

Genau dieser Thematik widmet sich eine Arbeitsgruppe an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der LMU-München.

Mikromorphologisch betrachtet besteht kariös verändertes Dentin aus verschiedenen Zonen, die nicht scharf voneinander abgegrenzt sind, da es sich bei dem kariösen Prozess um Diffusionsvorgänge handelt. In der Literatur unterscheidet man dennoch zwischen zwei Schichten, die unterschiedlich charakterisiert sind. Die äußere Dentinschicht einer Kariesläsion erscheint klinisch oft weich, feucht und teilweise verfärbt. Diese Schicht besteht aus strukturlosem, nekrotischem Gewebe und enthält auch den Hauptanteil an Bakterien einer Kariesläsion, weshalb sie entfernt werden muss. Die innere Schicht einer Kariesläsion erscheint klinisch oft hart, trocken und ist häufig dunkel verfärbt. Die Anzahl kultivierbarer Mikroorganismen ist in diesem Bereich weniger als 0.1 % verglichen mit der Menge in der Nekrosezone.

Eine wesentliche Voraussetzung für die Remineralisationsfähigkeit ist der Zustand der Kollagenfasern. Im gesunden Dentin sind die Kollagenfasern in eine Hydroxylapatitmatrix eingebettet. Durch die sauren Stoffwechselprodukte, die aus dem Biofilm beim Entstehen einer Kariesläsion ein diffundieren, wird zunächst Hydroxylapatit aufgelöst, wobei die Kollagenfasern freigelegt werden.

Solange noch Hydroxylapatitkristalle zwischen den Triple-Helix-Strängen des Kollagens vorhanden sind, können diese als Kristallisationskeime für eine Remineralisation wirken. Man unterscheidet daher, je nach Zustand des Kollagens, zwischen demineralisiertem Kollagen und zerstörtem Kollagen, das nicht mehr remineralisieren kann.

Die bakterienarme innere Zone einer Dentinläsion enthält Kollagen, das erhalten werden kann, obwohl es deutlich weicher ist, als gesundes Dentin. Mit Hilfe von Enzymen ist es möglich, genau zwischen den Kollagenfasern zu unterschieden, die zerstört sind und denen, die wieder remineralisieren können, weshalb man hier von selbst-limitierender Kariestherapie spricht.

Frau Aya Ahmed und Herr Karl-Heinz Kunzelmann haben in ihrer Forschungsarbeit Enzyme mit unterschiedlichem Wirkmechanismus verglichen. Ein wichtiger Teil der Forschungsarbeit war die Entwicklung eines künstlichen Dentinkariesmodells, um gleiche Ausgangsvoraussetzungen für diese Untersuchungen zu schaffen. Die Wirkung der Enzyme wurde in dieser Arbeit morphologisch mit Hilfe eines hochauflösenden Feldemissionenrasterelektonenmikroskopes (FE-REM) untersucht. Parallel wurde die Wirkung der Enzyme wurde durch den Nachweis des Abbauproduktes Hydroxyprolin quantifiziert.

Anhand der FE-REM-Bilder und der bekannten Wirkungsmechanismen konnte eine Reihenfolge für die Enzymwirkung bestimmt werden, die von den untersuchten Rein-Enzymen derzeit das Enzyme Pepsin als attraktivste Lösung für das Konzept der selbstlimitierenden Kariestherapie erscheinen lässt.

Eine produktnahe Version dieser Enzyme ist in der Lage, erweichtes Dentin innerhalb von 3 min zu entfernen, wobei im Dentin nur weiche Kunststoffinstrumente, wie z. B. eine Nylonbrüste, verwendet wurden.

Die vorliegende Untersuchung konnte somit nachweisen, dass es möglich ist, mit Enzymen in einer klinisch realistischen Zeit Dentinkaries selbstlimitierend zu entfernen. Andere Arbeiten aus der gleichen Arbeitsgruppe konnten darüber hinaus zeigen, dass auch der adhäsive Verbund moderner Kompositrestaurationen zur konventionellen Behandlung gleichwertige Ergebnisse erzielt.

Frau Dr. Aya Ahmed

Frau Dr. Aya Ahmed